Folge 18: Gateway.
Oder: The Way the Future Was von Matthias Hofman
Wer ist der beste SF-Autor bzw. die beste SF-Autorin aller Zeiten? In Umfragen kristallisieren sich oft drei Namen heraus. Das sind in der Regel die mit den höchsten Auflagen, dem größten Bekanntheitsgrad und damit automatisch die erfolgreichsten SF-Schriftsteller: Isaac Asimov, Robert A. Heinlein und Arthur C. Clarke. Aber sind sie wirklich die Besten? Auf der Webseite Discover Sci-Fi, die laut eigenen Angaben von einer Gruppe von SF-Bestsellerautoren gegründet wurde, um eine Community rund um ihr Lieblingsgenre zum Schreiben und Lesen aufzubauen, habe ich eine Top-Ten-Liste der »Besten« gefunden, die ebenfalls von den Großen Drei angeführt wird. Immerhin Platz 10 belegt Frederik Pohl, ein Autor, der zu Lebzeiten großen Einfluss innerhalb der Branche hatte, aber in den 2020er Jahren zunehmend in Vergessenheit geraten ist. Höchste Zeit, ihn zum Thema meiner »Streifzüge« zu machen.
Rechtzeitig zur einhundertsten Jubiläumsausgabe der phantastisch! kommt eine neue Folge. Aus privaten Gründen hatte ich der Kolumne eine Pause verordnet. Das Thema für die neue Folge hatte ich jedoch bereits vor über einem Jahr festgelegt. Es sollte ein Buch von Frederik Pohl sein, einem Autor, der zeitlebens sehr aktiv in der Szene war und den ich als Chairman des FreiCon 1995 fast als Ehrengast in Freiburg hätte begrüßen können, wenn der damals 75-jährige nicht Probleme mit der Lunge bekommen hätte und von seinem Arzt für Interkontinentalflüge »gesperrt« worden wäre. Pohl war bis ins hohe Alter schreibend aktiv. Sein letzter Roman erschien 2011, als er das fast schon biblische Alter von 91 Jahren erreicht hatte: »All the Lives He Led« ist, wie einige andere Werke aus seiner Feder, bislang nicht auf Deutsch erschienen. Wahrscheinlich ist das für die deutschen Leser kein Verlust, denn der Roman fiel bei der kontemporären US-Kritik eher durch und scheint definitiv nur für Pohl-Fans und -Komplettisten…